Die Psychopharmakotherapie in der Fliedner Klinik Düsseldorf

Wir setzen im Rahmen psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung nach Absprache mit Ihnen individuelle medikamentöse Unterstützung ein, um weitere Therapieansätze zu begleiten oder zu ermöglichen.

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Verantwortungsvoller und zielgerichteter Einsatz von Psychopharmaka

In bestimmten Situationen kann die medikamentöse Behandlung psychischer Erkrankungen ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Moderne Psychopharmaka helfen, Ihre akuten Symptome zu lindern und Ihr Befinden zu stabilisieren. Besonders bei schweren Depressionen oder bipolaren Störungen kann der Einsatz von Medikamenten die Grundlage dafür sein, dass Psychotherapie oder andere therapeutische Maßnahmen wirksam werden.

Die Auswahl der Medikation erfolgt immer individuell, dabei berücksichtigen wir sowohl medizinische Kriterien als auch Ihre bisherigen Erfahrungen und Ihre Wünsche. Ziel ist es, Ihre Lebenszufriedenheit zu verbessern und Sie im Alltag handlungsfähig zu halten. Mit regelmäßigen Überprüfungen stellen wir sicher, dass die Therapie bei Ihnen optimal wirkt und gegebenenfalls angepasst werden kann.

Zwei Therapeutinnen der Fliedner Klinik Düsseldorf im Gespräch

In diesen Fällen erwägen wir eine Psychopharmakotherapie

Mit Blick auf Ihre akute Erkrankung und deren Symptome wägen wir sehr präzise ab, wann wir Psychopharmaka zur Therapie einsetzen. Wir ziehen eine Psychopharmakotherapie u. a. in folgenden Fällen in Betracht:

  • Die Symptome sind so schwer und ausgeprägt, dass eine Psychotherapie allein nicht ausreichend wirken kann oder noch nicht möglich erscheint.
  • Biologische Faktoren tragen zu Ihrem Leiden bei, wie es etwa bei bipolaren Störungen und Psychosen der Fall ist, sodass eine Psychotherapie nicht die einzige Behandlung sein kann.
  • Ihre rasche Stabilisierung erscheint notwendig, auch hier wieder mit Blick auf den Erfolg psychotherapeutischer Behandlung.
  • Immer dann, wenn eine Kombinationstherapie indiziert erscheint.

 

Zusammengefasst: Die besten psychotherapeutischen Behandlungserfolge erreichen wir bei schweren Verläufen erst, nachdem Ihre Symptome, z. B. Angstzustände, Schlaflosigkeit und Konzentrationsprobleme, durch den Einsatz von Psychopharmaka gelindert werden konnten.

    Bücherregal mit Fachliteratur in der Fliedner Klinik Düsseldorf

    Bei diesen Leiden kann der Einsatz der Psychopharmakotherapie hilfreich sein

    • Depression, Lebenskrisen, Burnout: Bei einer moderaten oder schweren depressiven Erkrankung empfehlen wir oft eine medikamentöse Behandlung.
    • Angst- und Zwangsstörungen: Auch hier kann eine Medikation zu Beginn der Psychotherapie als Stütze dienen
    • Psychosen: Hier zählt die medikamentöse Therapie zu unseren Standardmaßnahmen (z. B. Antipsychotika).
    • Abhängigkeitserkrankungen: Auch bei manchen Abhängigkeitserkrankungen verfolgen wir pharmakotherapeutische Ansätze, z. B. Substitution und medikamentöse Rückfallprophylaxe.

    Häufig gestellte Fragen zur Psychopharmakotherapie

    Der Begriff Psychopharmaka kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Arzneimittel der Seele“. In moderner Form sind Psychopharmaka solche Medikamente, die gezielt auf das zentrale Nervensystem wirken und dadurch das Erleben, Verhalten und die Stimmung beeinflussen. Wir setzen diese Medikamente in der Fliedner Klinik Düsseldorf vor allem bei der Behandlung psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Psychosen oder bipolaren Störungen ein, um die damit einhergehenden Symptome zu lindern. Diese Medikamente therapieren nicht Ihre Erkrankung, schaffen aber durch das Lindern von Symptomen die Voraussetzung dafür, dass eine Psychotherapie erfolgreich wirken kann. Damit tragen Psychopharmaka in bestimmten Fällen dazu bei, Ihre Lebenszufriedenheit zu verbessern.

    Psychopharmaka regulieren jene chemischen Botenstoffe im Gehirn, die für unsere Gefühle, unser Denken und unser Verhalten wichtig sind. Die Medikamente sorgen dafür, dass die Botenstoffe wieder ins Gleichgewicht kommen. Dadurch können sie helfen, belastende Symptome wie übermäßige Angst, Traurigkeit oder innere Unruhe zu verringern. Psychopharmaka sind oft ein wichtiger Teil der Behandlung, weil sie Ihre psychische Stabilität unterstützen und es Ihnen ermöglichen, Ihren Alltag besser zu bewältigen. Sie helfen dabei, dass Sie sich insgesamt ausgeglichener und fühlbar wohler fühlen und mit einer guten Therapieprognose unsere psychotherapeutischen Angebote wahrnehmen können.

    Psychopharmaka werden hauptsächlich bei diesen Krankheitsbildern eingesetzt:

    • Schizophrene Störungen und andere Psychosen: Hier helfen insbesondere Antipsychotika, die häufig auftretenden Symptome, z. B. Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Unruhe und Verwirrtheitszustände zu lindern.​
    • Bipolare affektive Störungen: Psychopharmaka wie Stimmungsstabilisierer, z. B. Lithium, werden zur Akuttherapie und zur Vorbeugung von Rückfällen eingesetzt.​
    • Schwere depressive Erkrankungen: Antidepressiva sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung, die wir immer dann in Betracht ziehen, wenn Ihre Symptome und Krankheitsverläufe das erforderlich machen.​
    • Angst- und Zwangsstörungen: Hier spielen Psychopharmaka eine unterstützende Rolle, ergänzend zur Psychotherapie.​
    • Suchterkrankungen und bestimmte neuropsychiatrische Erkrankungen.

    Eine Psychopharmakotherapie kann bei Burnout und Anpassungsstörungen unterstützend wirken, ist in der Regel jedoch nicht unsere erste Behandlungsoption.

    Bei einem Burnout, das oft mit Erschöpfung, innerer Anspannung und depressiven Symptomen einhergeht, können bestimmte Medikamente wie Antidepressiva Ihre Symptome lindern und Ihre psychische Stabilität fördern; innere Unruhe, Angst oder depressive Verstimmungen können vermindert werden und Ihnen so insgesamt einen stabileren Umgang mit der Belastung ermöglichen. Die medikamentöse Behandlung setzen wir also beim Burnout in der Regel nicht bzw. ausschließlich zusammen mit psychotherapeutischen Maßnahmen ein.

     

    Bei Anpassungsstörungen, die als Reaktion auf belastende Lebensereignisse entstehen, steht meist die Psychotherapie im Vordergrund. Dennoch kann in einigen Fällen eine kurzfristige medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein, etwa um Ängste oder depressive Symptome zu mildern und die Therapie damit vorzubereiten oder zu begleiten. Medikamente wie Antidepressiva oder Schlafmittel werden wir immer behutsam und zeitlich begrenzt einsetzen.

    In beiden Fällen gilt: Die Psychopharmakotherapie ist immer Teil des individuellen Gesamtplans, der auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und durch Gespräche, Coaching und andere Behandlungsmethoden ergänzt wird. Gemeinsam mit Ihnen finden wir heraus, ob und wann eine medikamentöse Unterstützung für Sie sinnvoll ist.

    Hier werden Sie behandelt

    Willkommen in unserer Klinik in Düsseldorf. Wir sind überzeugt, dass der Ort, an dem Ihre Behandlung stattfindet, viel Einfluss auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Genesung hat. Deshalb gestalten wir unsere Klinik und Behandlungsräume so, dass Sie sich hier gerne aufhalten und wohlfühlen können, damit Sie Ihre Krise so schnell wie möglich überwinden.

     Dr. med. Kerstin Fries, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin

    Unser Behandlungsteam

    Unser interdisziplinäres Team steht Ihnen mit Fachwissen und Herz zur Seite. Ärztinnen und Ärzte, psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Pflegekräfte und Sozialdienste arbeiten eng zusammen, um Ihnen eine umfassende und abgestimmte Behandlung zu ermöglichen. Gemeinsam begleiten wir Sie auf Ihrem Weg zur Stabilität und Lebenszufriedenheit.

    Das therapeutische Team der Fliedner Klinik Düsseldorf

    Wissenswertes für Patient:innen und Angehörige

    Die meisten Psychopharmaka brauchen einige Zeit, bis die volle Wirkung spürbar ist. Erste Verbesserungen, etwa bei Schlaf oder Antrieb, können Sie oft bereits nach einer Woche feststellen. Für eine deutliche Stimmungsaufhellung oder eine stabile Besserung Ihrer Beschwerden dauert es meist zwei bis sechs Wochen, abhängig vom Medikament, Ihrer Erkrankung, Ihrer individuellen Reaktion und Ihres körperlichen Befindens; manche Medikamente zeigen bereits nach wenigen Tagen Wirkung gegen Unruhe oder Angst, andere erst nach mehreren Wochen.

    Wichtig ist: Die Anpassung der Dosis und die Auswahl des passenden Medikaments erfolgen immer mit Blick auf Ihre Situation, und Sie sollten etwas Geduld mitbringen sowie regelmäßige Rücksprachen mit dem Behandlungsteam einplanen, damit die Therapie optimal wirkt, gut verträglich bleibt und wir gemeinsam den Verlauf der Psychopharmakotherapie bestmöglich steuern können.

    Sie könnten während der Behandlung mit Psychopharmaka verschiedene Nebenwirkungen bemerken, die vom Medikament und von Ihren individuellen Bedingungen abhängig unterschiedlich stark auftreten können. Häufig berichtete Nebenwirkungen sind:
     

    • Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
    • Müdigkeit, Schläfrigkeit oder Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen und Schwindel
    • Veränderungen im Appetit, Gewichtszunahme oder -abnahme
    • Sexuelle Funktionsstörungen wie Libidoverlust oder Schwierigkeiten beim Orgasmus
    • Innere Unruhe oder Nervosität

     

    Manche Nebenwirkungen treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf und klingen meist wieder ab. Wichtig ist, dass Sie uns bei unangenehmen oder anhaltenden Nebenwirkungen informieren. Wir können dann entweder die Medikation anpassen oder Ihnen alternative Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Bitte beachten Sie, dass Sie Medikamente nicht plötzlich absetzen sollten, weil Entzugserscheinungen und eine Verschlechterung der Symptome die möglichen Folgen sein könnten.

    Die sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und eine enge Begleitung durch unser ärztliches Team sind wichtig, damit wir die Behandlung für Sie so verträglich und erfolgreich wie möglich gestalten können. Auf Ihre Mitarbeit, zum Beispiel durch Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkung, kommt es dabei ebenso an wie auf unsere ärztliche Expertise.

    Psychopharmaka wie Antidepressiva, Antipsychotika und Stimmungsstabilisierer machen im Allgemeinen nicht abhängig. Diese Medikamente führen nicht dazu, dass Sie ein unkontrollierbares Verlangen verspüren und verursachen keine Sucht im klassischen Sinne. Bestimmte Medikamente, besonders Benzodiazepine (z. B. Beruhigungsmittel) und manche Schlafmittel, können allerdings bei längerer Einnahme eine Abhängigkeit auslösen.

    Bei Antidepressiva könnten Sie beim Absetzen körperliche und psychische Entzugserscheinungen verspüren, die Absetzsymptome genannt werden, die jedoch keine Sucht bedeuten. Medikamente sollten stets ärztlich begleitet und langsam abgesetzt werden. Zusammengefasst: wenn Psychopharmaka verantwortungsvoll eingesetzt und medizinisch begleitet werden, ist das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung bei den meisten Psychopharmaka insgesamt gering.

    Wenn Sie eine Dosis vergessen einzunehmen, ist das in der Regel nicht besorgniserregend.

    Wenn Ihnen das frühzeitig auffällt, das heißt innerhalb weniger Stunden, nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich nach. Wenn die Einnahme der nächsten Dosis kurz bevorsteht oder der zeitliche Abstand recht groß ist (mehr als 12 Stunden), empfehlen wir, dass Sie die vergessene Dosis auslassen und die nächste zur gewohnten Zeit einnehmen.

    Nehmen Sie bitte keine doppelte Dosis ein, um das Vergessen auszugleichen, denn das kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

    Wenn Sie öfter Dosen vergessen oder unsicher sind, sprechen Sie mit uns, damit der Behandlungsplan angepasst werden kann.

    Das regelmäßige Einnehmen der Medikamente ist wichtig, um die beste Wirkung zu erzielen und Entzugserscheinungen oder Verschlechterungen zu vermeiden. Wir empfehlen Hilfsmittel wie Medikamentenboxen oder auch Erinnerungen auf dem Smartphone einzurichten, um die Einnahme planmäßig zu gestalten.

    Kontakt
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    Fliedner Klinik Düsseldorf
    Tagesklinik und Ambulanz für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
    Martin-Luther-Platz 26
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